News 01.05.2026 | Paradiesgarten

FeierAbende im Kanton Zürich

Verbundenheit erfahren und Gemeinschaft feiern, nährend und lebendig – Seelsorger:innen aus dem Kanton Zürich und weitere Engagierte laden regelmässig ein zu freien Gottesdienstformen: Immer am 22. des Monats, angelehnt an den Gedenktag der Apostelin Maria von Magdala (22. Juli). Das Datum wurde von den «Maria von Magdala-Feiern» im Kanton Aargau übernommen.

FeierAbend «ResonanzRäume» am 22. Mai 2024 vor der Alten Kirche Witikon.

schlaftrunken 
taumelt die welt 
durch die zeit
menschen geopfert   
auf den altären
von geld und macht
blutdurchtränkt schreit die erde
nach frieden und gerechtigkeit
wacht auf ihr bürger:innen
von heute
löst die verstrickungen
im kleinen und im grossen
verweigert euch der gewalt
löst euch von hass und neid
löst euch aus den verstrickungen
von gestern
und vertraut einander
erhört die worte des lebens
auf dass eine taube
rein und mit einem grünen zweig
wie einst bei noah
frieden und leben verkündet

Text aus «Eine Handvoll Licht» von Petra Unterberger, Tyroli Verlag, S. 95

Die Liturgie am FeierAbend im Mai 2025 wurde von Christiane Talary, Amanda Ehrler, KFB Zürich gestaltet.

 

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Dialogisch, sinnlich, frei

Alle engagieren sich freiwillig aus Sehnsucht nach und Freude an für sie stimmigen Gottesdienstformen. Die FeierAbende werden in der Regel von drei bis fünf Liturg:innen und Musiker:innen vorbereitet, die sich in wechselnden Teams zusammenfinden und den Ort für ihre Feier auswählen. Die Gestaltenden sind frei in der Auswahl von Inhalten und Musik sowie im liturgischen Aufbau. Inspirationen finden sie in biblischen Texten, der christlichen und weisheitlichen Tradition und in ihren ganz alltäglichen Lebenserfahrungen. Manchmal wird Abendmahl gefeiert, manchmal nicht. Musik und Stille, dialogische und sinnliche Elemente haben viel Raum. Eine Predigt ist selten zu hören.

Mittlerweile im fünften Jahr haben die FeierAbende bei vielen Mitfeiernden und Gestaltenden einen festen Platz in der Agenda, weil sie hier zuverlässig spirituelle Nahrung finden und liturgische Formen erleben, in denen sie sich wohlfühlen. Geschätzt wird die Authentizität der Feiern, der bewusste Umgang mit Sprache – insbesondere in der Gottesrede – und die berührende Tiefe. Auch dass alle Beteiligten einander auf Augenhöhe begegnen und jede:r sich mit den eigenen Begabungen, unabhängig von Geschlecht, Funktionen und Ausbildungen einbringen kann, spricht an. Nach dem Gottesdienst verweilen die Feiernden meist oft in einfachem Rahmen. So sind Beziehungen kreuz und quer durch den Kanton Zürich und darüber hinaus entstanden.

Viele FeierAbende beginnen bewusst vor einer Kirchentür. Damit soll deutlich werden, dass Menschen aufgrund der Strukturen und Lehren der katholischen Kirche aussen vorgelassen werden. Wenn der Gottesdienst dann drinnen fortgesetzt wird, ist das auch Ausdruck davon, dass Menschen dagegen aufstehen und eigene kirchliche Wege beschreiten.

 

Koordination dieses Paradiesgarten-Beitrags: Simone Curau-Aepli 

Das Projekt FeierAbend wurde 2020 initiiert und ist heute verbunden mit der #JuniaInitiative, der Allianz Gleichwürdig Katholisch sowie mit dem Katholischen Frauenbund Zürich. Einige FeierAbende werden durch die Pfarreien vor Ort unterstützt.

Die Projektgruppe FeierAbend ist lose organisiert und offen für weitere Mitwirkende. In einem Chat halten die Initiantinnen Vivien Siemes, Hella Sodies und Veronika Jehle die Interessierten zusammen und erfragen halbjährlich Teams und Orte, der Rest läuft selbstorganisiert im kreativen Prozess.

FeierAbend «ResonanzRäume» am 22. Mai 2024 in der Alten Kirche Witikon.

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